Das Wohlriechende Veilchen
- Erika Dittmeier-Ditzel
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen

Das Wohlriechende Veilchen - Klein, aber fein
Der kleine Frühblüher ist auch bekannt als Märzveilchen. Das zarte Veilchengewächs (Pflanzenfamilie Violaceae) wächst etwa 5 bis 20 cm hoch. Der lateinische Name lautet Viola odorata und bedeutet das wohlriechende Veilchen. Aber es duftet nicht nur sehr fein, sondern es schmeckt auch äußerst angenehm.
Köstliche Veilchen-Blüten
Es ist eine Freude, sich die Zeit zu nehmen und die wunderschönen blau-violetten Blüten des wohlriechenden Veilchens genauer zu anzuschauen. Die Blüte hat 5 Kronblätter, von denen 2 nach oben gerichtet sind (sie sehen manchmal wie kleine aufgestellte Ohren aus). Die beiden seitlichen Kronblätter sind schräg abwärts gerichtet. Das untere Kronblatt hat meist einen geraden Sporn, der etwa 3 - 6 mm lang ist.
Wie gut, dass sich das Märzveilchen über lange, oberirdische, sich bewurzelnde Ausläufer vermehrt.
Die Blütezeit beginnt im März und im April kann ich mich in meinem Garten über kleine Inseln mit vielen blau-violett leuchtenden Blüten erfreuen. Die Veilchenblüten sind eine wunderschöne essbare Deko im Salat oder auf dem Dessert. Aber ganz besonders liebe ich es, die Veilchenblüten frisch aus dem Garten zu naschen. Ich genieße es, die zarte Süße und das milde, blumige Aroma zu schmecken.
Veilchen-Blätter für Rohkost und Gekochtes
Das Märzveilchen wächst in einer grundständigen Blattrosette. Auch die mittelgrünen, langgestielten, fein behaarten Blätter, die außen gekerbt sind, kann man essen. Sie haben eine rundliche bis nierenförmige Form, für mich sehen sie oft wie kleine Herzchen aus.
Auch die Veilchenblätter wandernd bei mir gerne in den Salat oder einfach „zack“ in den Mund. Ihr Geschmack erinnert mich an Feldsalat. Sie enthalten Schleimstoffe, was ich sehr mag.
Die kleinen Blätter lassen sich für ein köstliches Vitalgetränk verwenden, dass ich mit meinem Slow-Juicer (Langsam-Entsafter) herstelle. Ich gebe gerne noch jungen Giersch, Staudensellerie, Apfel und Zitrone dazu.
Mit ihrer etwas eindickenden Wirkung eignen sich die Blättchen darüber hinaus auch hervorragend für gekochte Gemüsegerichte und als wilde Spinat-Ergänzung (gerne auch mit Giersch und Brennnesselblättern).
Man muss ein bisschen genauer hinschauen, aber sehr schön zu betrachten ist das aus sogenannten Vorblättern gebildete, winzige Blattpaar, das sich Oberhalb der Mitte des Blattstängels befindet.
Veilchen-Frühlingstee und Veilchentrank nach Hildegard
Aus frischen oder getrockneten Veilchenblüten und -blättern bereite ich mir gerne einen Tee zu.
Die Äbtissin Hildegard von Bingen hat bei Schwermut, Ärger, Lustlosigkeit, aber auch Lungenleiden einen Veilchen-Trank empfohlen, der mit Wein, Veilchen, Süßholzwurzel und Galgant hergestellt wird.
Das wohlriechende Veilchen macht mehr als eine zarte Haut
Das Veilchen wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, antioxidativ, reinigend und beruhigend auf die Haut.
Eine traditionelle Anwendung sind die wundheilenden Veilchenwaschungen, die sich bei Hautausschlägen, Windeldermatitis, Ekzemen und nässenden Wunden bewährt haben.
Bekannt ist die Veilchensalbe nach Hildegard von Bingen, die sie bei vielen Hauterkrankungen, Kopfschmerzen und zur Behandlung von Narben empfohlen hat.
Inhaltsstoffe und Heilwirkungen des Wohlriechenden Veilchens
Hauptinhaltsstoffe Kraut:
Saponine, Bitterstoffe, , Flavonoide, Phenolsäuren, Salizylsäuremethylester, Schleimstoffe, Phytosterole, Alkaloide (Violin), Eugenol, Cumarine, Odoratin.
Hauptinhaltsstoffe Blüten:
Flavonoide, ätherisches Öl (mit Curcumen und Eugenol), Anthocyane, der blaue Farbstoff Cyamin, Proteine, Mineralstoffe (Phosphor, Kalium). Vitamin C.
Heilwirkungen:
schleimlösend, blutreinigend, verdauungsfördernd, ausgleichend, magenberuhigend, krampflösend, beruhigend, hautberuhigend, antioxidativ, antibakteriell, entzündungshemmend, hustenreizlindernd, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd
Die Anwendung des Veilchens in der Volksheilkunde
Bei Hippokrates und Hildegard von Bingen kam das Märzveilchen z.B. bei Kopfschmerzen, Sehstörungen und Melancholie zum Einsatz.
In der Volksheilkunde werden Veilchenwurzeln als mild schleimlösendes Mittel bei Erkältungen, Bronchialkatarrhen, Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit verwendet.
Außerdem findet das Veilchen Anwendung bei gereizten Magenschleimhäuten, Verstopfung, Unruhe, Stress, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen und Zahnfleischentzündungen.
Äußerlich kann das wohlriechende Veilchen bei Ekzemen, entzündlichen Hauterkrankungen und Hautreizungen eingesetzt werden.
Wo das wohlriechende Veilchen wächst
Das Märzveilchen ist an Waldrändern, in lichten Laubwäldern, auf nährstoffreichen Lehmböden, an halbschattigen Stellen im Garten, unter Hecken und Gebüschen zu finden.
Wie vielfältig sich Wildpflanzen verarbeiten lassen, lernen Sie in meiner Ausbildung zum / zur Wildpflanzen-Praktiker*in.
Sie erleben die verschiedenen Methoden der Wildpflanzenverarbeitung für die genussvolle Wildkräuterküche, Hausapotheke und selbstgemachte Naturkosmetik, für Räucherwerk und fürs allgemeine Wohlbefinden.
Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.
Haftungsausschluss
Alle Informationen und Angaben in Wort und Schrift erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Sie beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und gründen auf dem Erfahrungsschatz der überlieferten Volksmedizin und wurden der einschlägigen Fachliteratur entnommen. Sie stellen keine Anleitung zur Selbst-Diagnose und Selbst-Behandlung dar und sollten nicht als therapeutische Hinweise verstanden werden. Bei Erkrankungen ist daher stets ein Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen.
Es wird keine Haftung für Forderungen jeder Art übernommen, die mit den gemachten Angaben in Zusammenhang gebracht werden.